Bei der Klangtherapie werden von uns verschiedene Methoden praktiziert, wobei je nach Lage des Falles die Therapie zu Hause oder in Intensivsitzungen in unserem Institut erfolgt.
Klangtherapie nach Dr. Volf
Bei der Klangtherapie nach Dr. Volf, einem dänischen Physiker, hört der Patient zu Hause mit normalem Kopfhörer mehrere Monate lang täglich ca. 7 Minuten lang spezielle Tonbänder. Diese vorgefertigten Tonbänder werden nach Hör- Kontrolltests in Abständen von 4 5 Wochen angepasst. Diese sehr einfache und dennoch effektive Methode empfiehlt sich bei weniger gravierenden Fällen und insbesondere bei Kindern und Patienten, die auswärts wohnen und wegen der räumlichen Entfernung nicht täglich in unser Institut kommen können. In Verbindung mit einer sog. Resonator-Box hilft diese Methode insbesondere auch bei Bettnässern.
TOMATIS Klangtherapie
Bei der Klangtherapie nach dem französischen Professor TOMATIS hört der Patient im Rahmen einer Intensivtherapie in unserem Institut in Verbindung mit einem sog. Elektronischem Ohr zunächst einmal 15 Tage lang täglich während 2 Stunden speziell aufb
ereitete gefilterte Musik über Spezialkopfhörer. Nach einer daran anschließenden Pause von 3 4 Wochen folgen, je nach Schwere des Falles, weitere sog. "aktive Phasen" von je 8 Tagen mit Sprech- und Singübungen, bei denen der Patient über Mikrofon und Kopfhörer seine Stimme kontrolliert.
Um das rechte Ohr zum Kontrollohr zu erziehen, wird im Normalfall im Laufe der TOMATIS Klangbehandlung die Lautstärke des linken Kopfhörers nach und nach reduziert, um den Patienten nach rechts zu lateralisieren.
Jeder Klangtherapie geht ein spezieller TOMATIS Hörtest voraus.
Aus dem Verlauf der Kurven lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf das Funktionieren des Ohres sondern auch psychologische Rückschlüsse ziehen, wobei der TOMATIS Hörtest bei Kindern noch zusätzlich von psychologischen Tests, wie z.B. Baumtest oder Familientest begleitet wird.
Bei der Klangtherapie ist aufmerksames Zuhören weder notwendig noch erwünscht, weswegen sich die Patienten mit Malen oder auch mit Spielen beschäftigen können. Interessant ist, dass beim Malen die Kinder zunächst oft dunkle, trübe Farben benutzen, die sich im Laufe der Therapie aufhellen. Wir waren daher sehr überrascht in dem Buch von Frau Hafer "Die heimliche Droge Nahrungsphosphat" einen Hinweis zu finden, dass bei MCD Kindern, die trüben und dunklen Farben durch Diät oder Phosphat Entzug verschwinden und sich ebenfalls aufhellen. Offensichtlich scheint es hierbei einen Zusammenhang zu geben, dass sowohl durch Ernährung als auch durch Klangtherapie die Stimmung beeinflusst werden kann.
Akustische Geburt
Nach einer gewissen Anzahl von Sitzungen geht man bei der TOMATIS Therapie zur zweiten Phase, der "akustischen Geburt" über. Die Reihenfolge der Sitzungen ist so gestaltet, daß sie der Entwicklung des Gehörs, die in der vorgeburtlichen Zeit beginnt, entspricht. Die verschiedenen Phasen, die einer sich stetig verändernden Klangwelt entsprechen, werden akustisch nachvollzogen, bis die Bereitschaft zur folgenden Phase gereift ist. Dabei kommt der "intro-uterinen" Phase eine große Bedeutung zu. Das Ohr wird dazu akustisch in den Mutterleib zurückversetzt. Die Mutter wird aufgefordert, ein Tonband von 30 Minuten Dauer mit einem positiven Text, wozu man meistens von Saint Exupérie "Der Kleine Prinz" nimmt, zu besprechen. Wenn keine Mutterstimme vorhanden ist (Scheidung, Tod oder zu schlechte Tonqualität der Stimme) arbeitet man mit filtrierter Musik.
Der Patient hört die Stimme der Mutter so, wie der Fötus sie durch das Fruchtwasser wahrnimmt. Interessanterweise sind es vorwiegend die hohen Frequenzen der Stimme, deren Wichtigkeit wir inzwischen kennen gelernt haben. Die Aufnahme der Mutterstimme wird dazu mit einem Hochpassfilter gefiltert Es verbleiben dann nur noch zischähnliche Geräusche, aus denen nach langem Hinhören manchmal einzelne Wörter verständlich werden.
Die gefilterten Bänder werden nach und nach "entfiltert", d.h., wie bei der Geburt gleitet der Mensch vom intro-uterinen Hören durch das Fruchtwasser hinüber in das ungefilterte extra-uterine Hören nach der Geburt durch die Luft. Der Patient erlebt also akustisch noch einmal seine eigene Geburt. Natürlich hört der Fötus nicht auf die gleiche Weise wie wir. Vor der Geburt sind die 3 Bereiche des Ohres - Innen-, Mittel- und Außenohr - empfänglich für Frequenzen oberhalb von 8000 Hz. Nach der Geburt stellen sich das Außen- und das Mittelohr auf die Frequenzübertragung in der Luft um, während das Innenohr im flüssigen Milieu verbleibt. Während ungefähr 10 Tagen nach der Geburt befindet sich noch Fruchtwasser im Mittelohr, das jedoch abfließt und das Neugeborene in ein "akustisches Loch" stürzen lässt. Es hört die hohen Frequenzen nicht mehr und die tiefen Frequenzen noch nicht. In einem wochenlangen Lernprozess müssen sich seine Ohren an das neue Milieu der Luft gewöhnen und der verlorengegangene Kontakt zur Mutterstimme muss wiederhergestellt werden.
Die Ursachen vieler psychologischer Störungen sind wahrscheinlich in diesen ersten Lebensetappen zu finden - Fötus, Geburt und erste Beziehungen zur Mutter.
Die TOMATIS Methode gibt der betroffenen Person die Möglichkeit, diese Perioden akustisch noch einmal zu erleben. Man dreht sozusagen das Lebensrad zurück und beginnt wieder bei Null, um bewusst seine Identität wieder aufzubauen. Offensichtlich rührt man mit der filtrierten Mutterstimme - etwas abgeschwächt auch mit filtrierter Mozartmusik - an sehr tiefe Schichten des Unterbewusstseins, an frühe Hirn-Engramme. Kinder, denen man nicht sagt, dass sie die Stimme ihrer Mutter hören, und die sie auch nicht erkennen können, zeigen es besonders deutlich in ihrem Verhalten: in der Wahl der Spiele, Träumen, Zeichnungen, Aussagen, manchmal durch das kurze Wieder-Erscheinen psychosomatischer Symptome, an denen sie ganz früh gelitten haben. Die erste "Fremdsprache" die das Kind lernt, ist im Normalfalle die Sprache des Vaters. Um diese zu verstehen müssen die Töne mit dem rechten Ohr angepeilt werden. Ist die Beziehung zum Vater aus irgendwelchen Gründen gestört, so wird wahrscheinlich das Kind die linke Seite wählen, um auf Distanz zu gehen und sich zu schützen. Die Folge ist eine schlecht kontrollierte und unstrukturierte Sprache. Die Sprache ist jedoch wiederum die Basis zum Erlernen von Rechtschreibung und Grammatik.
Jede Störung der auditiven Selbstkontrolle wird also fast immer auch Sprech- und Schreibschwierigkeiten zur Folge haben. Das Erlernen von Fremdsprachen und das Singen werden dann ebenfalls Schwierigkeiten machen. Verbunden damit sind auch Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen.
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Therapie nach Kjeld Johanson
Das Auditive Discriminationstraining nach Kjeld Johansen, das sich insbesonders bei Kindern mit Lese und Rechtschreibschwierigkeiten sowie auch hyperaktiven Kindern empfiehlt, könnte als ein Hörtraining beschrieben werden, das zwischen der Dr. VOLF und der TOMATIS Methode liegt. Während bei der Dr. VOLF Methode standardisierte Bänder eingesetzt werden, um die Hörkurve zu glätten, werden bei der Methode nach KJELD JOHANSEN aufgrund der für den jeweiligen Patienten ermittelten Hörkurven individuelle Tonbänder angefertigt, wobei die unterschiedlichen Hörkurven für das linke und rechte Ohr aufgrund der Stereo Technik gesondert berücksichtigt werden. Dadurch kann, wie bei der TOMATIS Methode, der unterschiedlichen Lateralität Rechnung getragen werden, wobei angestrebt wird, das Ohr einer idealen Hörkurve anzupassen. Wie bei der Dr. VOLF Methode werden diese individuell angefertigten Tonbänder täglich 10 Minuten lang über Kopfhörer zu Hause vom Patienten gehört. Die Tonbänder werden in Abständen von jeweils 6 Wochen aufgrund von Hörtests überprüft und gegebenenfalls neu erstellt.
Ganz besonders empfiehlt sich die Klangtherapie bei Kindern.
Kinder mit psychomotorischen Störungen
Die Zahl der Kinder mit psychomotorischen Schwierigkeiten nimmt immer mehr zu. Es ist nachweisbar, dass Kinder mit Leseschwierigkeiten oft auch im psychomotorischen Bereich gestört sind. Oft haben Kinder große Schwierigkeiten, rückwärts zu gehen, obgleich sie am psychomotorischen Turnen teilnehmen. Sie können sich nicht ohne Hilfe ihrer Augen allein aus dem Gleichgewichtsgefühl heraus bewegen. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass hier Mängel in der motorischen Entwicklung eine wichtige Rolle spielten. Man kann davon ausgehen, dass in ganz Deutschland 60 % der Kindergartenkinder Haltungsschwächen oder Haltungsschäden und 30 bis 40 % motorische Auffälligkeiten bzw. Koordinationsschwächen haben.
Diesen Kindern könnte mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer gezielten Neuro-Reflextherapie in Verbindung mit einer begleitenden Klangtherapie geholfen werden.
- Merkmale und Begleitsymptome für zentrale Fehlhörigkeit:
- Fehlende Links-Rechts- Unterscheidung
- Verzögertes Verstehen
- Konzentrationsschwäche
- Hyperaktivität
- Außenseiterverhalten
- Schnürsenkelprobleme
- Ablenkbarkeit durch Geräusche
- Verwaschene Artikulation
- Erhöhte Sprechlautstärke
- Homolateraler Gang
- Niedriger Muskeltonus
- Fehlendes auditives Ortungsvermögen = Räumliches Hören
- Fehlendes Tonhöhen-Unterscheidungsvermögen
- Fehlende Wahrnehmungs-Trennschärfe
- Verminderte Merkfähigkeit auf der Lautebene
- Rhythmische Probleme
- Rechtschreibprobleme - Legasthenie
Studien an Astronauten haben ergeben, dass Worte und Buchstaben verdreht werden, sobald sie sich in einem schwerelosen Raum befinden. Man hat dafür den Ausdruck Weltraum-Dyslexie geprägt. Ohne solide Plattform für die Schwerkraft verlieren Vestibular- und Sehsystem ein übereinstimmendes Gefühl für die Richtung. Das Kind mit diesen Problemen wird natürlich glauben, dass das, was es zu sehen meint, richtig ist. Wenn seine Augen einer Linie oder einem sich bewegenden Objekt folgen, werden seine Augen jedoch unberechenbar herumirren und das Bild, das es sieht, zerstückeln. Dies erklärt die für Legastheniker typische Verwechslung von Buchstaben und Silben. Die meisten der oben beschriebenen Probleme lassen sich durch Klang- und Reflextherapie behandeln.
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